Repairtecture hat die Vision innovative Simulations-, Design- und Materialkonzepte für eine Kreislaufwirtschaft von polymerbasierten Produkten und Verbundstrukturen bereitzustellen, die ihre Funktionalität, Leistung und Attraktivität über eine längere Lebensdauer beibehalten. Die beispiellose Kombination von Stimuli-gesteuerten molekularen Funktionen mit zuverlässigen Eigenschaften und modularen Architekturen soll ökologische Nachhaltigkeit und wirtschaftliche Effizienz mit fortschrittlichen Reparatur-/Aufbereitungsprozessen für zukünftige polymerbasierte Produkte verbinden.
Projektleiterin
- Priv.-Doz. Dr. Sandra Schlögl
- Scientific Director
Projektdaten
- Projektstart: 01.01.2024
- Projektende: 31.12.2027
- Laufzeit: 48 Monate
Projektpartner
- Polymer Competence Center Leoben GmbH
- Czech Academy of Sciences
- Graz University of Technology
- Johannes Kepler Universität Linz
- Leibniz-Institut für Verbundwerkstoffe
- Maastricht University
- Montanuniversität Leoben
- University of New South Wales
- Andritz AG
- A Raymond SCS
- Borealis AG
- Brose Fahrzeugteile SE & Co. Kommanditgesellschaft, Bamberg
- Eologix Sensor Technology GmbH
- FACC Operations GmbH
- Mitsui Chemicals Europe GmbH
- Roartis bvba
- Scioflex Hydrogen GmbH
- ZKW Lichtsysteme GmbH
Motivation und Ziele
Das COMET-Modul Repairtecture fokussiert auf innovative Simulationsansätze, Materialien sowie Design- und Verbindungskonzepte für die Schaffung einer Kreislaufwirtschaft für polymerbasierte Produkte und Verbundmaterialien, die ihre Funktion, Eigenschaften und Attraktivität über eine verlängerte Lebenszeit beibehalten. Aus thermodynamischer und energetischer Sicht stellen Reparaturkonzepte eine wesentliche Triebkraft für die angestrebte europäische Klimaneutralität bis 2050 dar, da sie einen geringen Energie- und Materialeinsatz benötigen. Obwohl Reparatur den geschlossenen Produktkreislauf mit dem höchsten Umweltnutzen für den langjährigen Gebrauch von polymerbasierten Produkten darstellt, hat sich Recycling in der Praxis weitaus häufiger etabliert. Neben fehlender Produktgarantien beschränken hohe Kosten und der Verlust der Funktionalität und der Attraktivität (aus modischen Gründen) den Durchbruch von Reparaturkonzepten als bevorzugte Abfallvermeidungsstrategie (v.a. für leistungsstarke Produkte).
Daher ergibt sich eine große Nachfrage nach leistbaren, einfachen und hoch qualitativen Reparaturstrategien für polymerbasierte Komponenten, da Polymere oft das schwächste Glied in Produkten darstellen oder als Verbindungsmaterial (z.B. strukturelle Kleber) für Bauteile aus unterschiedlichen Werkstoffen eingesetzt werden. Darüber hinaus werden neue Konzepte benötigt, die die Barriere des Konsumverhaltens hinsichtlich der Langzeitnutzung von Produkten überwinden (z.B. Möglichkeit des modularen Austauschs von Mikroelektronik- oder Optikbauteilen). In Repairtecture ist die ergänzende Expertise von 8 wissenschaftlichen Partnern und 10 Unternehmenspartnern vereint. Das Konsortium beinhaltet internationale renommierte Universitäten und verfolgt das Ziel, eine international angesehene Führungsposition in einem neu entstehenden Forschungsfeld einzunehmen.
Hauptziele
- Entwicklung neuer Simulationswerkzeuge zur Vorhersage des Reparaturbedarfs
- Synthese reparaturfähiger dynamischer Polymernetzwerke mit schnellen Bindungsaustauschraten und geringem Kriechverhalten
- Hochleistungsklebstoffe mit extern getriggerten Debonding-Eigenschaften
- Erarbeitung modularer und zuverlässiger Ökodesign-Konzepte für wiederaufbereitbare und reparierbare Komponenten auf Polymerbasis
- Entwicklung neuer (mechanischer und chemischer) Verbindungskonzepte für leicht zu reparierende Produkte
- Betrachtung von Lebenszyklusaspekten von Reparaturprozessen im Vergleich zu Recycling und den derzeit angewandten Entsorgungswegen
Ziele und Vorgangsweise
Repairtecture verfolgt ein ambitioniertes und hoch interdisziplinäres Forschungsprogramm, um diesen Herausforderungen durch die Entwicklung neuer vernetzter Polymere (u.a. Duromere, Elastomere), die in der Lage sind (i) Schäden auf molekulare Ebene zu reparieren, (ii) viskoelastische Eigenschaften reversibel anzupassen (für die Reparatur makroskopischer Schäden), sowie (iii) Adhäsionseigenschaften kontrolliert zu ändern (Reparatur und Wiederaufarbeitung von geklebten Multi-Materialstrukturen), zu begegnen. Die in Repairtecture entwickelten Lösungsansätze legen den Grundstein für (i) innovative Installations- und einfache Demontagestrategien, (ii) neue modulare Designrichtlinien, (iii) einfach handhabbare Reparatur/Überholungsprozesse für strukturelle und funktionelle polymerbasierte Produkte, sowie (iv) geringe Kosten. Die „out-of-the-box“ Ansätze in Repairtecture umfassen die gesamte Wertschöpfungskette und den Lebenszyklus von Polymerprodukten, die in etablierten und/oder zukünftigen Industriezweigen eingesetzt werden.
„Zuverlässige Reparaturkonzepte sind eine wichtige Säule, um die hohe Funktionalität, Leistung und Attraktivität von Produkten auf Polymerbasis über eine lange Lebensdauer zu erhalten.“
Success Storys:
- Neue Reparaturkonzepte für hoch vernetzte Polymerwerkstoffe
- Lokales und reversibles Selbstfalten von vernetzten Polymeren
Fördergeber
Das COMET-Modulprojekt „Repairtecture“ (Projekt-Nr.: 904927) wird im Rahmen des COMET-Programms des Bundesministeriums für Innovation, Mobilität und Infrastruktur und des Bundesministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus gefördert. Weitere Mittel werden von den Bundesländern Steiermark über die SFG und Oberösterreich Verfügung gestellt. Das Programm wird durch die FFG abgewickelt. www.ffg.at/comet