Projektpartner
- Polymer Competence Center Leoben GmbH, Koordinator
- Lenzing Plastics GmbH & Co KG
- Sonnenkraft GmbH
Motivation und Ziele
Die Integration von Photovoltaik in Gebäudehüllen und Infrastruktur spielt eine zentrale Rolle für die Energiewende und die Erreichung nationaler und europäischer Klimaziele. Während Dach- und Fassadenflächen ein großes Potenzial für die Energiegewinnung bieten, wird die breite Anwendung gebäudeintegrierter Photovoltaik häufig durch brandschutztechnische Anforderungen eingeschränkt. Besonders bei Hochbauten oder sicherheitskritischen Gebäuden fehlen derzeit geeignete Lösungen, die sowohl den technischen als auch regulatorischen Anforderungen entsprechen.
Das Projekt PV Brandschutz adressiert diese Herausforderung durch die Entwicklung innovativer Material- und Modulkonzepte mit
verbessertem Brandverhalten. Durch flammhemmende Additive, nicht brennbare Materialien und optimierte Modulstrukturen sollen PV-Module entwickelt werden, die eine höhere Brandsicherheit aufweisen und gleichzeitig den Anforderungen moderner PV-Systeme hinsichtlich Effizienz, Zuverlässigkeit und Herstellbarkeit entsprechen.
Hauptziele
Das Hauptziel des Projektes ist die Entwicklung und Validierung von Photovoltaik-Modulen mit verbessertem Brandschutz für gebäudeintegrierte Anwendungen. Im Fokus stehen dabei insbesondere folgende Aspekte:
- Entwicklung halogenfreier, flammhemmender Einkapselungsmaterialien für PV-Module
- Integration nicht-brennbarer Materialien und funktionaler Füllstoffe zur Verbesserung des Brandverhaltens
- Reduktion brennbarer Polymerschichten im Modulaufbau
- Sicherstellung der elektrischen Leistung, Verarbeitbarkeit und Langzeitzuverlässigkeit der Module
Durch diese Ansätze sollen PV-Module entstehen, die keine brennenden Tropfen bilden, eine hohe Brandklassifizierung erreichen und gleichzeitig für industrielle Herstellungsprozesse geeignet sind.
Ziele und Vorgangsweise
Im Projekt werden zunächst geeignete flammhemmende Additive und nicht-brennbare Materialien identifiziert und in typische Einkapselungspolymere für PV-Module integriert. Darauf aufbauend werden neue Materialformulierungen entwickelt und zu Einkapselungsfolien verarbeitet.
Diese Materialien werden anschließend in Photovoltaik-Module integriert und unter realistischen Produktionsbedingungen laminiert. Die daraus resultierenden Testmodule werden umfassend charakterisiert und verschiedenen Prüfverfahren unterzogen, darunter elektrische Leistungsanalysen, mechanische Belastungstests sowie beschleunigte Alterungs- und Zuverlässigkeitstests.
Abschließend erfolgt eine ganzheitliche Bewertung der entwickelten Konzepte hinsichtlich Brandsicherheit, Umweltverträglichkeit und Wirtschaftlichkeit. Ziel ist es, sichere und nachhaltige PV-Modullösungen zu entwickeln, die den Einsatz gebäudeintegrierter Photovoltaik in urbanen Räumen erleichtern und neue Anwendungsfelder erschließen.
„Mit der Entwicklung von PV-Modulen mit verbessertem Brandschutz schaffen wir die Grundlage für eine sichere und breitere Nutzung gebäudeintegrierter Photovoltaik. Unser Ziel ist es, innovative Materiallösungen zu entwickeln, die höchste Sicherheitsstandards erfüllen und gleichzeitig die Leistungsfähigkeit und Nachhaltigkeit moderner PV-Technologien gewährleisten. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Energiewende und zur Stärkung der europäischen Photovoltaikindustrie.“
Fördergeber
Das Projekt PV Brandschutz wird mit Mitteln aus dem Klima- und Energiefonds (Energieforschungsprogramm 2023) vertreten durch die FFG als Förderungsgeber (Projektnummer FO999931161) gefördert.